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Standort-Planung

Der Festlegung des genauen Standorts gingen einige Jahre Beobachtungen der Besonnungssituation voraus. Vor allem in den Wintermonaten sollte das Maximum an Sonneneinstrahlung eingefangen werden. Das heisst also, von 09:30 bis 15;30 sollte möglichst kein Hindernis die Sonne abdecken. In unserem Fall zeigte sich, dass ein Kompromiss gefunden werden musste. Das Glashaus kommt nordöstlich des Wohnhauses zu stehen. Je weiter die Entfernung vom Haus, umso geringer dessen Schattenwirkung. Dann kommt aber das Fundament immer tiefer in den Hang hinein (Kosten) und/oder der Weg zwischen Wohnhaus und Glashaus wird immer länger und/oder  muss eine grössere Höhendifferenz überwinden (Schneeräumen, Treppeneinbau).Am gewählten Standort gelangt der Wohnhausschatten an den kürzesten Tagen des Jahres bis 14:00 Uhr nur an den Betonfuss des Glashauses, das heisst, die stärkste Sonneneinwirkung in der kritischsten Jahreszeit wird also ausgenützt. Die Höhendifferenz erforderte keinen Treppeneinbau, die Weglänge zum Wohnhaus und die bergseitige Abgrabung für das Fundament sind in erträglichem Rahmen geblieben.

Gebäude-Planung

Die Herstellerfirma Hansel, Strasswalchen, wurde mir von Herrn Papsch, Präsident der Oesterreichischen Kakteengesellschaft empfohlen, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

Konstruktion, Materialqualität, Montagesorgfalt, Eingehen auf Kundenwünsche, Preis/Leistungsverhältnis, Termineinhaltung, einfach Alles war positiv!

Das Gewächshaus besteht aus einer Aluminium-Tragkonstruktion in Tonnenform, an welcher innen und aussen je eine Polykarbonat-Doppelstegplatte befestigt ist. Somit entstehen drei Luftpolster zwischen vier festen Schichten. Das ergibt eine ausgezeichnete Wärmedämmung, welche wie unten gezeigt, durch eine ausgeklügelte Luftführung und Bodenkonstruktion ergänzt wurde.

Meine Planvorgaben werden durch folgende Skizzen illustriert:  (Fotos weiter unten auf der Seite)


Schnitt A-A und Schnitt B-B:
Längs, in der Mitte befindet sich ein Kanal, in welchen die unter der Decke abgesaugte, warme Luft gepresst wird.

 
 

Schnitte A_A und C-C:

Von dem erwähnten Bodenkanal dringt die Luft durch die aufgestellten Backsteine, respektive durch deren genau fluchtenden Löcher und gibt dabei ihre Wärme an die Backsteine ab und verlässst durch zwei schmale Schlitze entlang der Längswände den Boden. Der tonnenschwere Boden wirkt somit als Wärmespeicher und -puffer.


Die Luft wird nahe des höchsten Punktes angesaugt:


 durch einen Schallabsorber, den Ventilator und die Heizstufe

 in den Luftkanal im Fussboden gepresst. Von dort dringt die Luft durch die senkrecht stehenden Backsteine und verlässt den Boden durch die beiden entlang der Längswände befindlichen Schlitze.



 


Heizungsdaten

Die Innentemperatur wird einmal im Mittelgang am Boden und auf zwei Tischen gemessen, die Ansaugtemperatur einmal und die Ausblastemperatur je im nördlichen und im südlichen Austritts-Schlitz an den Längswänden.

Die Heizstufe scheint inzwischen recht gut einreguliert zu sein, der Ventilator arbeitet nicht mehr auf Volllast. Die Messdaten zeigen folgendes Bild:

                      Aussen    Innen        Ansaug   Ausblas           Differenz

                       Temp      Temp       Temp      Temp              Ansaug / Ausblas

                       _____      ____        ______   ______           ______________

1.3.10, 05:00                  7-9°          7°           9° beide          Heizung +2°

1.3.10, 16:00                  23-35°      25°         11 und 15°       Boden +10-14°

2.3.10, 16:00                  23-25°      26°         11 und 12°       Boden +14-15°  

3.3.10, 05:00       -3°       8-11°        9°           11° beide         Heizung + 2°

6.3.10, 05:00       -2°       8-10°        8°            9 beide            Heizung + 1

7.3.10, 05:00       -7°       4-6            5°           9 beide            Heizung + 4°

7.3.10, 18:00,      -2°       12-14°       12°          10 und 11°      Boden +1-2°

8.3.10, 04:30       -7°       4-6°           6°            9° beide          Heizung +3°

8.3.10, 14:00       -0°       25-39°       27°           9 und 11°        Boden +16-18°

8.3.10, 19:00       -0°       11-15°       12°           10 und 13°      Ausgleich

9.3.10, 04:00       -6°        5-7°           7°            9° beide          Heizung +2°

10.3.10, 04:00     -5°         4-6°          6°            8° beide          Heizung +2°

11.3.10, 04:00     -4°         4-5°          5°            7° beide          Heizung +2°

12.3.10, 04:00     -4°         5-7°          7°            8 und 9°          Heizung +1-2°

13.3.10, 08:00     -4°         6-8°          7°           9° beide           Heizung +2°

14.3.10, 04:00     -3°         7-9°           8°           10 und 11°       Heizung +2-3°

             11:00     +9°         21-38°      21°          9 und 11°         Boden +10-12°

             14:30     +11°       26-36°      29°          10 und 14°       Boden +15-19°

15.3.10, 05:00     -3°          8-10°        9°           11° beide         Heizung +2°

16.3.10, 06:00     -2            6-8°          7°          10 beide           Heizung +3°

Der Boden hat offenbar bereits soviel Energie aufgenommen, dass er die vorgesehene Pufferfunktion erbringen kann. Die Heizleistung von 2° in einer (fast) Permafrost-Periode ist wirklich sehr gering! Bei künftigen Abweichungen infolge von Wetterkapriolen werde ich berichten.

11.4.10: Ein weiterer Beleg dafür, dass der Boden ein toller Wärmespeicher ist: Seit einer Woche bleibt das Glashaus auch nachts über offen. Die Heizung ist eingestellt auf plus 2° (Frostwächter). Heute morgen war die Temperatur im Haus 5 und 6°, die angesaugte Luft war knapp 7° und die Ausblastemperatur war 10 und 11°, also stammen doch 3 bis 4° Wärme aus dem Boden!

24.02.11: Heute morgen zeigt das Thermometer minus 9 Grad Celsius an. Der Boden gab 6 Grad Wärme an die durch ihn zirkulierende Luft ab. Die Raumtemperatur betrug 1,5 Grad. Ohne Wärmespeicher im Boden hätte man die Heizung mit bedeutend höherer Leistung fahren müssen.

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13.12.2012: Vor vier Tagen zeigte das Thermometer minus 15 Grad, eine Kontrolle im Glashaus zeigte - oh Schreck - plus 0,7 Grad. Die Heizung wurde natürlich sofort höher gestellt. Eine Kontrolle am späten Vormittag zeigte eine Temperatur von gegen 20 Grad (die Sonne schien). Am nächsten Morgen bei minus 6 Grad war es im Glashaus plus 2,6 Grad. Also die Heizung nochmals etwas höher gestellt. Gestern war es im Glashaus wiederum nur plus 0,7 Grad bei draussen minus 14 Grad. Als Sofortmassnahme installierte ich eine elektrische Zusatzheizung mit 3000 Watt. Und heute bei minus 19 Grad betrug die Glashaustemperatur plus 0,3 Grad. Da konnte doch etwas nicht stimmen. Einer Ueberlegung folgend mass ich die Lufttemperatur im Ansaugkanal und im Ausblaskanal. Und siehe da, es war kein Unterschied festzustellen. Also war die Heizstufe total ausgefallen. 

Zu diesen Ereignissen kann festgestellt werden:

a: dieses Glashaus ist super isoliert und der Lieferant ist sehr zu empfehlen

 
b: mein (nicht patentierter) Boden-Speicher hat wahrscheinlich meinen Kakteen das Leben gerettet

c: der an der letztjährigen Tombola gewonnene Aussenthermometer mit drahtloser Datenüber-       mittlung hat massgeblich dazu beigetragen, dass ich mich jederzeit über die Innentemperatur
des Glashauses informieren kann (sehr zu empfehlen)


d: was fehlt, ist eine Warnung bei abnormaler Entwicklung

14.12.2012: Der den Ausfall verursachende Temperaturfühler der Heizstufe wurde stillgelegt und die Hauptheizung läuft seither ungeregelt unter Volllast. Heute Morgen um 0400 Uhr betrug die Glashausinnentemperatur plus 4,2 Grad. Dass sie noch ncht höher ist, liegt daran, dass der bis auf 0,3 Grad "ausgehungerte" Bodenspeicher einen grossen Teil der Heizleistung aufnimmt.

15.12.2012: Heute um 0600 Uhr beträgt die Glashausinnentemperatur 8,6 Grad bei einer Aussentemperatur von plus 3 Grad. Das bedeutet, dass der Bodenspeicher wieder auf ein normales Mass gefüllt ist.